LORichtig gutes Marketing
Google Ads Masterclass
Section 05 · Lektion 70 · Betriebsanleitung

PMax Insights
Setup & Betrieb

Das Script installieren ist der einfache Teil. Danach liegt ein Spreadsheet mit einem Dutzend Tabs vor dir und die meisten machen es wieder zu. Diese Seite bringt dich von „läuft" zu „ich weiß, was ich montags damit tue" — inklusive Rechner für die Schwellenwerte, an denen die Auswertung sonst still scheitert.

0 von 0 Schritten erledigt
Herkunft

Das PMax-Insights-Script stammt von Mike Rhodes. Er hat es gebaut, er pflegt es, er stellt es kostenlos zur Verfügung. Original und aktuelle Version findest du bei ihm: mikerhodes.circle.so.

Diese Seite ersetzt sein Script nicht und enthält keinen Code davon. Sie ist die Betriebsanleitung drumherum: Wie du es sauber konfigurierst, was du zuerst anschaust und in welchem Takt du damit arbeitest. Weil genau da die meisten aussteigen — nicht bei der Installation.

Die Tab-Namen und Funktionen ändern sich mit jeder Version. Wenn bei dir etwas anders heißt als hier beschrieben, gilt seine Doku — nicht meine.

01

Installation

5 Meilensteine

Bewusst keine Klickpfade — Google baut die Oberfläche regelmäßig um, und eine veraltete Anleitung ist schlimmer als keine. Stattdessen: die fünf Zustände, die du erreichen musst, und woran du jeweils erkennst, dass es geklappt hat. Wenn du das Skript-Menü nicht findest, such im Konto nach „Scripts".

01

Entscheiden: MCC oder Einzelkonto

Auf MCC-Ebene läuft das Script über mehrere Konten und du steuerst zentral. Im Einzelkonto ist es simpler. Für den Anfang und für ein einzelnes Konto: Einzelkonto. Die Entscheidung vorher treffen — nachträglich umziehen heißt neu aufsetzen.

SignalDu weißt, in welchem Konto das Script gleich liegen wird, und hast dort Zugriff auf die Skript-Verwaltung.
02

Script angelegt und autorisiert

Beim ersten Speichern verlangt Google eine Autorisierung. Das Script bekommt dadurch Zugriff auf die Kontodaten und darf ein Spreadsheet in deinem Drive anlegen — es geht nichts an Dritte, der Code läuft in Googles Umgebung auf deinem Konto.

SignalDas Script erscheint in der Übersicht und die Autorisierungsabfrage kommt nicht mehr.
03

Vorschau ohne Fehler durchgelaufen

Immer erst Vorschau, nie direkt scharf schalten. Die Vorschau zeigt dir im Log, ob das Script durchkommt — vor allem, ob es in die Zeitbegrenzung läuft. Bei großen Katalogen passiert genau das, dazu unten mehr.

SignalDas Log endet ohne rote Fehlermeldung und ohne Timeout-Hinweis.
04

Spreadsheet erzeugt und geöffnet

Beim ersten echten Lauf legt das Script das Insights-Sheet an. Leg dir die URL sofort irgendwo ab, wo du sie wiederfindest — nicht als Tab, den du in drei Tagen zumachst.

SignalDu hast das Sheet offen und siehst mehrere Tabs mit echten Zahlen aus deinem Konto — nicht leere Vorlagen.
05

Zeitplan gesetzt

Ein einmaliger Lauf ist eine Momentaufnahme und damit fast wertlos. Der Wert entsteht im Verlauf: welche Kanäle Anteile gewinnen, welche Produkte kippen. Wöchentlich reicht für die meisten Konten.

SignalDas Script zeigt eine geplante nächste Ausführung an.
02

Konfiguration

Der Schritt, an dem es still scheitert

Hier verliert man die Leute, ohne dass sie es merken. Das Script läuft, produziert Zahlen, und weil die Standardwerte drin geblieben sind, landet alles in einem Topf. Die Schlussfolgerung ist dann „das Ding bringt nichts" statt „ich habe es nicht eingestellt". Zwei Dinge musst du setzen: deine Brand-Begriffe und deine Schwellenwerte.

A

Schwellenwerte herleiten statt raten

Das Script sortiert Produkte und Wortgruppen in Töpfe — profitabel, teuer, ohne Conversions und so weiter. Wo die Grenzen liegen, entscheidest du. Und die richtige Grenze hängt an deiner Marge und deinem Warenkorb, nicht an einer Faustregel aus einem YouTube-Video.

€

Netto, über die letzten 30 Tage.

%

Was nach Wareneinsatz, Versand und Zahlungsgebühren übrig bleibt — nicht die Handelsspanne auf dem Papier.

×

Was du tatsächlich erreichen willst. Muss über dem Break-even liegen, sonst arbeitest du für Google.

Ab wie viel vergeudeten Kosten ein Produkt ohne Conversion als Verlierer gilt. Schnell heißt: früher entscheiden, öfter danebenliegen. Geduldig heißt: sicherer, aber du zahlst länger für Nieten.

Deine Werte
Break-even ROASDarunter machst du Verlust — mathematisch, nicht gefühlt.
—
Ziel-CPASo viel darf eine Conversion kosten, um dein ROAS-Ziel zu halten.
—
KostenschwelleAb diesen Kosten ohne Conversion ist die Sache entschieden.
—
ROAS-Schwelle „profitabel"Dein Ziel — alles darüber verstärken.
—
ROAS-Schwelle „grenzwertig"Zwischen Break-even und Ziel: beobachten, nicht abschalten.
—
Wareneinsatz für POASTrägst du ein, wenn das Script nach COGS fragt.
—

Zum Übertragen
—

Prüf nach dem nächsten Lauf, wie sich die Produkte auf die Töpfe verteilen. Wenn achtzig Prozent in einem Topf hängen, sind die Schwellen falsch gewählt — dann sagt dir die Einteilung nichts. Ziel ist eine Verteilung, in der jeder Topf eine Entscheidung trägt.

B

Brand-Begriffe setzen

Ohne diese Liste kann das Script Suchanfragen nicht in Brand, Close-Brand und Non-Brand trennen — und genau diese Trennung ist der Grund, warum du dir das Ding überhaupt ansiehst. Ein PMax, das zu achtzig Prozent auf den eigenen Markennamen läuft, sieht in der Oberfläche fantastisch aus und gewinnt keinen einzigen Neukunden.

Alle Varianten, die eindeutig dich meinen: mit und ohne Leerzeichen, mit Bindestrich, Rechtschreibvarianten.

Vertipper und Kombinationen aus Marke plus Zusatz. Wer das sucht, kennt dich schon — deshalb gehört es nicht in die Neukunden-Rechnung.

WichtigNach jeder Änderung an den Brand-Begriffen muss das Script erneut laufen, sonst zeigen die Diagramme weiter die alte Einteilung.
03

Der erste Lauf

Zwei Fragen, nicht zwölf Tabs

Der häufigste Fehler ist, alles auf einmal verstehen zu wollen. Zwölf Tabs, jeder mit Diagrammen, und nach zwanzig Minuten weißt du weniger als vorher. Beim ersten Mal beantwortest du genau zwei Fragen — beide zielen darauf, ob die Kampagne überhaupt das tut, wofür du sie hältst.

01

Wohin fließt das Geld wirklich?

Performance Max verteilt dein Budget über Shopping, Display, Video und Suche — und zeigt dir diese Aufteilung in der Oberfläche nicht. Genau dafür ist das Script gebaut. Wenn ein erheblicher Teil in Display und Video landet, während du gedacht hast, du machst Shopping, ist das die wichtigste Erkenntnis des Tages.

ErgebnisDu kannst die Verteilung deiner Ausgaben nach Kanal in einem Satz sagen.
02

Wie viel davon ist bloß deine eigene Marke?

Die zweite Frage, und die unbequemere. Schau dir den Anteil von Brand und Close-Brand an Kosten und Umsatz an. Rechne dann durch, wie die Kampagne ohne diesen Anteil dasteht. Was übrig bleibt, ist deine echte Neukundenleistung — alles andere ist Ernte von Nachfrage, die schon da war.

ErgebnisDu kennst deinen Non-Brand-Anteil und weißt, ob die Kampagne ohne Markenanfragen noch profitabel wäre.
03

Erst danach: die Produktebene

Wenn die beiden oberen Fragen beantwortet sind, geht es in die Töpfe: Welche Produkte tragen, welche kosten nur, welche haben Impressionen ohne einen einzigen Klick. Das ist der Teil, der direkt in die Kampagnenstruktur führt — aber er hilft nichts, solange du nicht weißt, ob du gerade Neukunden kaufst oder Bestandskunden zurückkaufst.

ErgebnisDu hast eine Liste mit den Produkten, die Kosten ohne Gegenwert produzieren.
04

Der Rhythmus

Zum Abhaken, mit Reset

Ein Report, den man unregelmäßig aufmacht, ist kein Report, sondern Beruhigung. Der Wert liegt in der Wiederholung: Erst der Vergleich mit letzter Woche zeigt, was sich bewegt. Kurze Runde wöchentlich, tiefere monatlich — und wenn du die Woche mal auslässt, hakst du sie nicht nachträglich ab, sondern setzt zurück.

Jede Woche

15 Minuten

Jeden Monat

60 Minuten
05

Wenn's klemmt

Die fünf häufigsten

Das Script bricht mit Zeitüberschreitung ab

Bei großen Katalogen die häufigste Ursache. Google gibt Skripten ein Zeitlimit, und je mehr Produkte, desto eher reißt es.

Lösung: Die Einstellung lotsOfProducts nutzen. Wert 1 ignoriert Produkte mit Impressionen, aber ohne Klicks und Kosten. Wert 2 ignoriert zusätzlich alle ohne Conversions. Du verlierst dadurch nichts Entscheidendes — was du rausnimmst, sind genau die Produkte, über die es ohnehin nichts zu sagen gibt. Mike hat das hier erklärt: Script-Timing optimieren.

Alle Produkte hängen in einem Topf

Wenn achtzig Prozent als „ohne Conversions" oder alles als „profitabel" markiert ist, sagt die Einteilung nichts mehr.

Lösung: Die Schwellenwerte passen nicht zu deinem Konto. Geh oben durch den Rechner und übertrag die Werte. Faustregeln aus fremden Konten funktionieren hier nicht — ein Konto mit 15 € Warenkörben braucht andere Grenzen als eines mit 400 €.

Die Suchkategorien sind leer oder alles ist „Blank"

Ohne Brand-Begriffe kann das Script nicht einsortieren, und die wichtigste Auswertung fällt aus.

Lösung: Brand- und Close-Brand-Begriffe in den Einstellungen eintragen — und danach das Script erneut laufen lassen. Ohne neuen Lauf bleiben die Diagramme auf dem alten Stand, was regelmäßig für Verwirrung sorgt.

Die Zahlen weichen von der Google-Ads-Oberfläche ab

Fast immer harmlos, aber es kostet Vertrauen, wenn man die Ursache nicht kennt.

Lösung: Zuerst den Zeitraum vergleichen — das Script nutzt seinen eigenen, nicht den, den du gerade in der Oberfläche eingestellt hast. Zweitens: Conversions werden dem Klickdatum zugeordnet, nicht dem Kaufdatum, deshalb verändern sich frische Tage rückwirkend noch. Für stabile Auswertungen die letzten Tage außen vor lassen.

Du hast es installiert und schaust nie rein

Der ehrlichste Fehler und der teuerste. Kein technisches Problem — ein Terminproblem.

Lösung: Trag dir den wöchentlichen Durchgang als festen Termin ein, fünfzehn Minuten, immer am selben Tag. Nimm die Wochenliste oben als Ablauf. Ein Report ohne Rhythmus ist rausgeworfene Zeit — dann lieber gar nicht erst installieren.