LORichtig gutes Marketing
Google Ads Masterclass
Section 03 · Lektion 38 · Planer

Negative Keywords:
das Listen-System

Die meisten pflegen Negatives dort, wo sie gerade auffallen — ein Ausschluss hier, einer da, alles auf Kampagnenebene. Nach einem halben Jahr weiß niemand mehr, warum was wo steht, und die Kampagnen klauen sich gegenseitig die Suchanfragen. Hier baust du stattdessen ein System, das sich pflegen lässt.

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Der Unterschied zur N-Gram-Analyse

Die N-Gram-Analyse beantwortet: Was verbrennt gerade Geld? Sie schaut zurück in deinen Suchbegriff-Bericht und findet die Muster darin.

Diese Seite beantwortet die andere Hälfte: Wo gehört das hin und wie bleibt es pflegbar? Also die Struktur — welche Listen es gibt, welche Kampagne welche Ausschlüsse braucht, und mit welcher Keyword-Option. Beides zusammen ergibt ein System statt einer Sammlung.

Fürs Finden gibt es auch fertige Automatik: Nils Rooijmans hat dafür das Negative Keyword Suggestions Script gebaut, das direkt im Konto läuft. Seine ganze Sammlung: Free Google Ads Scripts Library. Das System auf dieser Seite funktioniert unabhängig davon — egal, ob die Kandidaten von Hand, aus der N-Gram-Analyse oder aus seinem Skript kommen.

01

Drei Listen, nicht dreißig

Wo was hingehört

Google erlaubt Ausschlusslisten auf Kontoebene, die du beliebig vielen Kampagnen zuweist. Genau darum geht es: Was für alle gilt, steht einmal an einer Stelle. Was nur eine Kampagne betrifft, bleibt dort. Diese Trennung ist der ganze Trick.

01

Liste „Nie relevant"

Kontoebene, alle Kampagnen

Alles, was mit deinem Angebot grundsätzlich nichts zu tun hat: Jobsuche, Ausbildung, Bastelanleitungen, Reparatur, Gebrauchtware, Definitionen. Diese Liste wächst langsam und wird selten wieder kleiner. Sie hängst du an jede Kampagne.

KennzeichenDu würdest diese Suchanfrage in keiner deiner Kampagnen haben wollen. Wenn dir dabei ein „kommt drauf an" durch den Kopf geht, gehört es nicht in diese Liste.
02

Liste „Woanders besser aufgehoben"

Je Kampagne verschieden

Suchanfragen, die du sehr wohl willst — nur nicht in dieser Kampagne. Der Klassiker: Deine Marke soll in die Brand-Kampagne, nicht in die generische. Ohne diese Ausschlüsse konkurrieren deine eigenen Kampagnen um dieselbe Anfrage, und du zahlst mehr für dasselbe Ergebnis.

KennzeichenEs gibt eine Kampagne, in der diese Anfrage erwünscht ist. Genau dann ist es eine Trennung, kein Ausschluss.
03

Liste „Bewusst nicht"

Kontoebene, mit Notiz

Wettbewerbernamen, Produkte die du nicht führst, Regionen die du nicht lieferst, Preisklassen die du nicht bedienst. Hier ist entscheidend, dass jemand in sechs Monaten noch nachvollziehen kann, warum — schreib den Grund in den Listennamen oder daneben.

KennzeichenEine Geschäftsentscheidung, keine Beobachtung aus den Daten. Ändert sich die Entscheidung, ändert sich die Liste.

Was du dir damit sparstWenn ein neues Muster auffällt, musst du nicht überlegen, in welche von zwölf Kampagnen es gehört. Du fragst nur: Will ich das nirgends, oder nur hier nicht? Zwei Antworten, zwei Orte.

02

Kampagnen-Trennung

Rechnet aus, wer wen ausschließen muss

Trag deine Kampagnen mit ihren wichtigsten Keywords ein. Das Tool sucht dann Überschneidungen: Wenn eine Kampagne ein Keyword hat, das die Suchanfragen einer spezifischeren Kampagne mitnimmt, braucht sie einen Ausschluss. Sonst entscheidet Google, welche deiner Kampagnen ausgespielt wird — meist die mit dem höheren Gebot, nicht die passendere.

A

Kampagnen eintragen

Eine Kampagne pro Zeile: Name | keyword, keyword, keyword

03

Starter-Listen

Für „Nie relevant"

Ausgangspunkt, keine Wahrheit. Geh jede Gruppe durch und wirf raus, was bei dir doch passt — ein Ersatzteilhändler will „reparatur" natürlich behalten, ein Gebrauchtwarenhändler „gebraucht". Anhaken, was zu dir passt, dann kopieren.

04

Welche Keyword-Option?

Die häufigste Fehlerquelle

Bei Negatives funktionieren die Keyword-Optionen anders als bei normalen Keywords — und das kostet regelmäßig Reichweite, die niemand bemerkt. Der wichtigste Unterschied: Negatives haben keine Wortvariationen. Schließt du „schuh" aus, läuft „schuhe" weiter.

Weitgehend

ohne Klammern

Blockiert nur, wenn alle Wörter vorkommen — Reihenfolge egal. „gebrauchte schuhe" blockiert auch „schuhe gebrauchte kaufen", aber nicht „gebrauchte stiefel".

Nimm es fürEinzelne Wörter, die für sich schon eindeutig sind: gratis, kostenlos, jobs.

Passend

"in Anführungszeichen"

Blockiert, wenn die Wörter in dieser Reihenfolge vorkommen — davor und danach darf etwas stehen. „schuhe gebraucht" blockiert „wanderschuhe gebraucht kaufen", aber nicht „gebrauchte schuhe".

Nimm es fürWortgruppen aus der N-Gram-Analyse. In den allermeisten Fällen die richtige Wahl.

Genau

[in eckigen Klammern]

Blockiert nur genau diese Suchanfrage, Wort für Wort, ohne Zusätze. Trifft fast nie, weil kaum jemand exakt so sucht.

Nimm es fürEine einzelne bekannte Anfrage, die du wegnehmen willst, ohne Ähnliches zu treffen. Selten.

Die zwei Fallen Keine Wortvariationen. Bei Negatives gibt es keine automatischen Varianten — Singular, Plural, Tippfehler und Umlaute musst du einzeln eintragen. Also nicht nur „schuh", sondern auch „schuhe", „schuhen". Und bei Umlauten beide Schreibweisen: „günstig" und „guenstig". Zu breit ausgeschlossen. Ein Negative auf ein einzelnes gängiges Wort wirkt auf alles, was jemals damit gesucht wird — auch auf Anfragen, die es heute noch gar nicht gibt. Im Zweifel die Zwei-Wort-Variante nehmen und in vier Wochen nachschauen, ob sie gereicht hat.

05

Pflege

Zum Abhaken, mit Reset

Negatives sind kein Projekt, sondern eine Gewohnheit. Zwanzig Minuten im Monat halten das System sauber — ohne das verrottet es innerhalb eines Jahres zu einer Sammlung, die niemand mehr anfasst.

Jeden Monat

20 Minuten

Jedes Quartal

45 Minuten